Unerwarteter Augustregen spaltet La Palma
Von: Manfred Betzwieser 28. August 2025
Osten profitiert, Westen hofft weiter -
Augustregen: In der vergangenen Nacht fegte ein
völlig unerwarteter Regen über La Palma hinweg: Ende August brachte der
Nordost-Passat innerhalb weniger Stunden teils kräftige Niederschläge von bis
zu 29 Litern pro Quadratmeter. Das ist ungewöhnlich für einen Monat, der
normalerweise zu den trockensten des Jahres zählt. Die Regenfälle zeigten ein
deutlich zerrissenes Bild der Insel, das die Vielfalt des Mikroklimas ebenso
eindrucksvoll wie die Auswirkungen auf Feuergefahr und Alltag spüren ließ.
Regenmuster der Insel: Nordost-Passat schafft extreme Unterschiede
- Nordosten
(Los Sauces, Los Tilos): Bis zu 29 l/m², deutlich spürbarer Niederschlag
als anderswo.
- Südosten
(Montes de Luna): Rund 25 l/m² – ein ordentlicher Anteil, der Bodenfeuchte
erhöht.
- Ostmitte
(Mazo): Ca. 16 l/m² – merklich Regen, aber weniger als im Nordosten.
- Westen
und Süden: Fast trocken – das klassische Bild eines Nordost-Passat-Wraps,
der die Insel in heiß/dürre Bereiche und feuchte Zonen teilt.
Der Osten profitiert: Die erhöhte Bodenfeuchte senkt die
akute Waldbrandgefahr in den betroffenen Gebieten spürbar. Westen bleibt
belastet: Ohne nennenswerten Regen bleiben Trockenheit und Feuergefahr dort
bestehen, was weitere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich macht.
Prognose: Die AEMET rechnet in den
kommenden Tagen mit weiteren leichten Regenfällen, was die Situation in Bezug
auf Trockenheit und Feuchtigkeit weiter beeinflussen könnte.
Mikro-Klima und Geländetopografie: Warum der Regen so ungleich ausfiel
Lokale Geländestrukturen und die Ausprägung des
Nordost-Passatwinds führen zu stark variierenden Niederschlagsmengen innerhalb
kurzer Distanzen. Während die höheren Lagen im Osten feucht wurden, blieb der
Westen von der Wolkenfront meist verschont. Der ungewöhnliche Augustregen
erinnert daran, wie dynamisch das Inselklima sein kann. Die nächsten Tage
werden zeigen, ob die angekündigten leichten Regenfälle für eine
flächendeckende Entlastung sorgen oder sich regional erneut Unterschiede
zeigen.